OB Ebling und Wirtschaftsdezernentin Matz

Die Stadt Mainz ist einer der bedeutendsten Partner und Multiplikatoren von heimatschatz. All ihren Vertretern liegt die Mainzer Innenstadt sowie der lokale Handel mindestens so sehr am Herzen wie uns von heimatschatz. Wir haben die Gelegenheit genutzt und Oberbürgermeister Michael Ebling sowie die Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz zum persönlichen Gespräch geladen.

Blogbeitrag Stadt Mainz mit OB Ebling + Matz
Blogbeitrag Stadt Mainz mit OB Ebling + Matz

Heimatschatz: Wie geht es Mainz und seiner Innenstadt zurzeit?

Ebling: Die Innenstadt leidet, ganz klar. Der Handel ist eingeschränkt, im Moment kann nur Termin-Shopping angeboten werden und wir sind noch lange nicht aus dem Gröbsten raus.. Dennoch glaube ich, dass die Innenstadt robust bleibt, denn sie ist immer der Ort, an dem Menschen gerne zusammenkommen. Das ist zurzeit ausgebremst, aber wenn der Bremsklotz wieder verschwindet, bin ich davon überzeugt, dass die Innenstadt auch wieder auflebt.

Heimatschatz: Wie kann die Stadt an dieser Stelle die Händler in der Innenstadt darin unterstützen, dass Leben wieder zurückkehrt, sobald dies wieder möglich ist?

Ebling: In dem Moment, in dem Handelsgeschäfte wieder öffnen können, wenn die Normalität wieder Schritt für Schritt zurückkehren kann, wollen wir gezielt mit Werbeaktionen unterstützen. Titel: „Mainz startet durch“. Wir möchten, dass die Plätze in der Innenstadt wieder bespielt werden, dass Begegnungen in der Stadt wieder möglich sind. Auch beim Leerstand wollen wir zum Beispiel mit Zwischennutzungen etwas tun. Und es wird zwar auch viel über Baustellen geschimpft, aber de facto haben wir in den letzten Jahren so viel in die Innenstadt investiert, wie in den letzten Jahrzehnten nicht mehr und haben das auch weiterhin vor.
Matz: Wir haben natürlich auch noch vielfältige andere Möglichkeiten, zum Beispiel das Thema Tourismus – sobald er denn wieder möglich ist. Und wir hatten im letzten Jahr die Einzelhandelskampagne zusammen mit mainzplus, in die wir als Stadt auch einen sechsstelligen Betrag investiert haben, um eben hier auf den Einzelhandel aufmerksam zu machen und was für tolle Dinge es hier gibt.

Heimatschatz: Der Onlinehandel ist ja eigentlich der natürliche Feind von Innenstädten und gerade auch von teuren Innenstadtlagen, wie Mainz es ist. Mit Blick auf heimatschatz: Ist der Onlinehandel aus Ihrer Sicht ein Thema und eine Hilfe für Mainzer Geschäfte?

Ebling: Ein Thema ist es ganz sicher und das spüren wir auch. Die Geschäfte wissen, sie brauchen auch eine Verbindung hinein „ins Digitale“. Eine Hilfe ist es auch ganz sicher, weil ich glaube, dass heimatschatz das eine mit dem anderen verbindet. Als jemand, der sich zum Beispiel ein Hemd oder einen Anzug kauft, habe ich es schon ganz gerne die Dinge zu sehen, ob das Hemd nur nett aussieht oder ob es sich tatsächlich auch so trägt. Da ist die Verknüpfung an der Stelle wichtig, weil der regionale Handel zeigt, dass er beides kann: Ich kann mir die Produkte vor Ort anschauen, ich kann Dinge anprobieren oder mich beraten lassen und bekomme auch mal ein nettes Kompliment mit dem Hinweis, dass die Hose gar nicht so eng sitzt, wie ich selbst dachte (lacht). Vielleicht kaufe ich die zweite Hose dann aber tatsächlich online, weil der Zugang schnell und einfach ist.
Matz: Ich denke auch, der stationäre Einzelhandel kann mit dem Onlinehandel als zweites Standbein nur gewinnen. Denn wenn der stationäre Handel es schafft, online aktiv zu sein, erschließt sich natürlich auch ein größerer Kundenkreis. Das heißt, es hört ja nicht an den Stadtgrenzen auf, sondern man hat als Händler natürlich auch die Möglichkeit noch weitere Kunden zu erreichen und zu begeistern.

Heimatschatz: Ist das Thema heimatschatz denn eine Hilfe für Sie?

Matz: heimatschatz ist absolut eine Hilfe, weil heimatschatz genau die Plattform ist, auf der man lokale Shops entdecken kann und das finde ich sehr charmant. Die Shops, die auf heimatschatz vertreten sind, vermitteln auch ein Gefühl dafür, wie die Einzelhandelslandschaft in Mainz aussieht und was sie bietet. Da gibt es auch Produkte, die es wirklich nur in Mainz gibt und das ist natürlich auch eine tolle Möglichkeit für Nicht-Mainzer zu erfahren, was Mainz alles bietet.

Heimatschatz: Wir versuchen sehr intensiv, heimatschatz auch einen lokalen Charakter zu geben, damit sich die Plattform wirklich unterscheidet von Amazon & Co., so dass man virtuell durch die Innenstadt bummeln kann, auch wenn die Geschäfte geschlossen sind.

Ebling: Ich finde den regionalen Aspekt sehr, sehr wichtig. Wenn wir auf die Stadt schauen, verbinden wir mit der Zukunft der Innenstadt auch, dass sie die Vorzüge ausspielen muss, die man sonst eben nicht hat. Dieses berühmte „gute Gefühl“ muss spürbar sein. Es muss sich gut anfühlen, wenn ich in der Innenstadt kaufe. Und eigentlich sollte ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich zu Hause sitze und bei Amazon bestelle, weil ich doch eigentlich weiß, dass da Dinge in Gang gesetzt werden, die ich gar nicht will: Meist schlechte Arbeitsbedingungen, oft schlechte Produktionsbedingungen. Wenn ich weiß, ich kaufe in der Innenstadt vor Ort oder auf heimatschatz ein, habe ich ein gutes Gefühl: Da ist der Arbeitsplatz noch etwas wert, da wird noch Ausbildung betrieben.

Matz: Ich glaube auch, heimatschatz hat unglaublich viel Potenzial. Wir haben unglaublich viele innovative Läden, Konzepte und Produkte, die Lust aufs Einkaufen machen. Wenn es gelingt, das noch stärker herauszustellen, dann hat man die Nase vorn im Vergleich zu den anderen Plattformen. Wenn man darüber berichtet und das Thema beispielsweise noch mit einem kleinen redaktionellen Teil versieht, um den Plattform-Nutzern Stories von Einzelhändlern und Geschäften näherzubringen, dann wäre das etwas, das mich als Kundin sehr interessieren würde. Die Geschichten hinter den Produkten, Läden und Händlern, das liefert Amazon einfach nicht.

Heimatschatz: Welches Geschäft müsste denn aus Ihrer Sicht ganz dringend auf heimatschatz vertreten sein?

Ebling: Viele tolle Läden von Gastro bis Mode sind ja schon dabei. Je mehr es werden desto besser. Gemeinsam zeigen sie so, wie attraktiv und zukunftsweisend Einkaufen in Mainz ist.

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